Wie arbeitet ein Business-Continuity-Manager?

Wie arbeitet ein Business-Continuity-Manager?

Inhaltsangabe

Ein Business-Continuity-Manager sorgt dafür, dass ein Unternehmen seine Betriebsfähigkeit sichern kann, wenn Störungen eintreten. Er analysiert kritische Geschäftsprozesse, entwickelt Strategien zur Reduktion von Ausfallzeiten und koordiniert Maßnahmen im Krisenmanagement. Ziel ist der Schutz von Reputation und wirtschaftlichen Werten.

In Deutschland orientiert sich die Arbeit an Standards wie ISO 22301 und dem IT-Grundschutz. Ebenso spielen Anforderungen der DSGVO, MaRisk für Banken und KRITIS-Vorgaben eine Rolle. Diese Rahmenwerke geben Vorgaben, die BCM Deutschland spezifisch und rechtskonform machen.

Die Zielgruppe dieses Artikels umfasst Geschäftsführung, IT-Leitung, Sicherheitsverantwortliche sowie Compliance- und Risikomanager. Auch KMU und Konzerne, die Business Continuity Manager Aufgaben einführen oder professionalisieren wollen, finden praxisnahe Hinweise.

Der Artikel gliedert sich so: Abschnitt 2 beschreibt Rolle, Verantwortungsbereich und tägliche Routine. Abschnitt 3 erklärt Methoden wie Risiko- und Business Impact Analysis sowie Tests. Abschnitt 4 bietet Praxisbeispiele, Tools und konkrete Tipps für den deutschsprachigen Raum.

Wie arbeitet ein Business-Continuity-Manager?

Ein Business-Continuity-Manager plant, koordiniert und überwacht Maßnahmen, die den Betrieb im Störfall sichern. Die Rolle Business Continuity Manager umfasst Schnittstellen zu Geschäftsführung, IT, Facility Management und Einkauf. Klare Governance und Eskalationswege sorgen für schnelle Entscheidungen in kritischen Momenten.

Rolle und Verantwortungsbereich

Die Verantwortlichkeiten BCM reichen von der Erstellung von Policies bis zur Freigabe von Notfall- und Wiederanlaufplänen. Er oder sie leitet Krisenstäbe und koordiniert externe Dienstleister wie Cloud-Provider und Facility-Betreiber.

Wichtige Aufgaben sind das Einrichten von Berichtspflichten an Vorstand und das Abstimmen mit Compliance-Funktionen. Service Level Agreements werden überwacht, um Verfügbarkeit und Reaktionszeiten sicherzustellen.

Kernkompetenzen und Qualifikationen

BCM Qualifikationen kombinieren methodisches Wissen mit praktischen Zertifikaten. Relevante Nachweise sind ISO 22301 Zertifizierung, Zertifikate in IT-Notfallmanagement und Schulungen zu Krisenkommunikation.

Methodenkenntnisse umfassen Risikoanalyse und Business Impact Analysis. Soft Skills wie Kommunikationsstärke, Führung in Stresssituationen und Moderationskompetenz sind unabdingbar.

IT-Grundverständnis zu Backup, Cloud-Architekturen und Cyber-Resilienz hilft, technische Maßnahmen mit Geschäftsanforderungen abzugleichen. Rechtliche Kenntnisse, etwa DSGVO und KRITIS-Vorgaben, runden das Profil ab.

Tägliche Tätigkeiten und Routineaufgaben

Aufgaben Business Continuity Manager täglich beinhalten Monitoring relevanter Risiken, Pflege von Kontinuitätsplänen und Abstimmung mit internen Stakeholdern. BCM Routineaufgaben sind Review-Zyklen, Versionskontrolle und Freigabeprozesse für Pläne.

Regelmäßige Tests und Übungen werden geplant, ausgewertet und führen zu Maßnahmen. Die Tätigkeit schließt Reporting an das Management und KPI-Überwachung ein.

Für praktische Verankerung arbeitet der Manager eng mit dem Facility Management zusammen. Informationen zur Unterstützung durch Gebäudetechnik, Wartungspläne und CAFM-Systeme sind hier wertvoll, siehe Facility-Aufgaben und Schnittstellen.

  • Krisenmanagement Aufgaben: Leitung von Stabsprozessen und Entscheidungsunterstützung.
  • Kontinuitätspläne pflegen: Regelmäßige Updates und Anpassung an Organisationsänderungen.
  • Dokumentation und Nachweise: Auditfähige Protokolle und Prüfberichte sichern Compliance.

Typische Methoden und Prozesse im Business-Continuity-Management

Im Business-Continuity-Management verbinden sich strukturierte Analysen mit praktischen Maßnahmen. Zuerst erfolgt die Erfassung von Prozessen, Abhängigkeiten und Risiken. Diese Basis ermöglicht eine zielgerichtete Planung von Maßnahmen und Tests.

Risiko- und Business Impact Analysis

Die Risikoanalyse BCM beginnt mit dem Mapping, um kritische Geschäftsprozesse identifizieren zu können. Dabei werden Schnittstellen zu IT, Lieferanten und Personal transparent gemacht.

In der Business Impact Analysis werden RTO, RPO und das maximal tolerierbare Ausfallfenster ermittelt. Finanzielle Folgen und Reputationsrisiken fließen in die Bewertung ein.

Qualitative und quantitative Methoden priorisieren Risiken. ISO 22301-Methodik und BSI-Empfehlungen dienen als Referenz. Kommerzielle Tools unterstützen die Datenerhebung.

Entwicklung von Strategien und Notfallplänen

Auf Basis der BIA leitet das Team konkrete Maßnahmen ab. Kurzfristige Reaktionen begrenzen Schäden. Mittelfristig wird eine Wiederanlaufstrategie definiert.

Technische Konzepte umfassen Backup, Replikation und Disaster-Recovery-Standorte. Cloud-Failover-Szenarien und Sequenzen für kritische Systeme gehören dazu.

Organisatorische Maßnahmen regeln Notfallteams, Rollen und personelle Ersatzkonzepte. Damit lässt sich ein Notfallplan erstellen, der Checklisten, Runbooks und Eskalationsmatrizen beinhaltet.

Lieferkettenstrategien nutzen alternative Standorte BCM, Dual-Sourcing und Lagerkonzepte. Ausweichstandorte wie Hot-Site oder Cold-Site werden bewertet.

Vertiefende Analysewerkzeuge und Entscheidungsvorlagen finden sich in Beratungsangeboten, siehe Unternehmensberater-Insights.

Tests, Übungen und kontinuierliche Verbesserung

Regelmäßige BCM Übungen prüfen Abläufe in realistischen Szenarien. Tabletop-Übungen sind gut geeignet, um Verantwortungen und Kommunikationswege zu testen.

Unterschiedliche Übungsformen wie Walkthroughs und Realtests messen Wirksamkeit von Prozessen. Beobachterrollen und messbare Kriterien sorgen für aussagekräftige Ergebnisse.

Nach jeder Übung werden Lessons Learned BCM dokumentiert. Verbesserungen werden priorisiert und nachverfolgt, um Pläne aktuell zu halten.

Integration in das Management-System erfolgt durch Reviews, interne Audits und Anpassungen an rechtliche oder technologische Veränderungen. So bleibt das BCM widerstandsfähig und handlungsfähig.

Praxisbeispiele, Tools und Tipps für Unternehmen in Deutschland

In deutschen Unternehmen zeigen BCM Praxisbeispiele Deutschland typische Abläufe: Bei einem Ransomware-Angriff schaltete ein mittelständischer Hersteller auf einen Offline-Backup-Standort, informierte Kunden via vorgefertigter Templates und setzte Veeam zur schnellen Wiederherstellung ein. Die Lesson Learned war klar: regelmäßige Backups und Übungen verkürzen Ausfallzeiten deutlich.

Ein anderes Szenario betraf eine Lieferkettenunterbrechung in der Automobilbranche. Durch sofortige Umschaltung auf alternative Zulieferer, Nachrüsten kritischer Teile und aktive Kommunikation mit OEM-Kunden ließ sich die Produktion wieder stabilisieren. Solche Beispiele unterstreichen, dass dokumentierte Verantwortlichkeiten und Supplier-Management zentrale Erfolgsfaktoren sind.

Für Technik und Organisation empfiehlt sich gezielte BCM Software: ServiceNow Business Continuity oder MetricStream für Dokumentation und Automatisierung, Splunk und Datadog für Monitoring, sowie PagerDuty für Incident-Management. Backup- und Replikationslösungen wie Rubrik oder Commvault sichern Daten, während Everbridge oder OnSolve Mehrkanal-Alarmierung für Krisenstäbe bieten. Diese Werkzeuge unterstützen Datenschutz BCM, wenn Prozesse DSGVO-konform dokumentiert sind.

Praktische BCM Tipps KMU: Mit Management-Support starten, eine BIA durchführen und Quick Wins priorisieren (Basis-Backups, Notfalltelefonnummern, einfache Übungen). KMU sollten kosteneffiziente Outsourcing-Optionen prüfen. Große Unternehmen bauen formale Governance und interne Audits aus. Gesetzliche Vorgaben wie IT-SiG, BSI-Anforderungen und Meldepflichten bei kritischen Infrastrukturen sind stets zu beachten. Business Continuity bleibt ein fortlaufender Prozess, der Pflege, Tests und enge Verzahnung mit IT und Sicherheit erfordert, um Betriebsfähigkeit in Krisen zu sichern.

FAQ

Was ist die Hauptaufgabe eines Business-Continuity-Managers?

Die Hauptaufgabe besteht darin, die Betriebsfähigkeit des Unternehmens bei Störungen sicherzustellen. Er plant, koordiniert und überwacht Maßnahmen zur Schadensbegrenzung, erstellt Notfall- und Wiederanlaufpläne und stellt deren laufende Pflege und Freigabe sicher. Dabei arbeitet er eng mit Geschäftsführung, IT, Informationssicherheit, Facility Management und weiteren Fachbereichen zusammen.

Welche Standards und Regularien sind für Business Continuity in Deutschland relevant?

Wichtige Referenzen sind ISO 22301 für Business-Continuity-Managementsysteme, die Empfehlungen des BSI und der IT-Grundschutz. Zudem sind DSGVO-Anforderungen, branchenspezifische Vorgaben wie MaRisk der BaFin oder KRITIS-Regelungen zu beachten. Diese Rahmenwerke beeinflussen Anforderungen an Planung, Dokumentation und Meldepflichten.

Welche Kompetenzen und Qualifikationen sollte ein BCM-Manager mitbringen?

Neben fachlicher Expertise in Risikoanalyse, Business Impact Analysis (BIA), Notfallplanung und IT-Resilienz sind Soft Skills wie Kommunikationsstärke, Führungsfähigkeit und Konfliktlösung wichtig. Zertifizierungen wie ISO 22301 Lead Implementer/Auditor, IT-Notfallmanagement- oder Krisenkommunikations-Zertifikate sowie Weiterbildungen bei BSI, TÜV oder IHK sind empfehlenswert.

Wie sieht der tägliche Arbeitsalltag eines BCM-Managers aus?

Der Alltag umfasst Pflege von Continuity-Policies, Aktualisierung von Runbooks, Abstimmung mit Stakeholdern, Monitoring relevanter Risiken sowie Planung und Auswertung von Tests und Übungen. Bei Störfällen unterstützt oder leitet er Krisenstäbe, koordiniert externe Dienstleister und bereitet Entscheidungsgrundlagen für das Management vor.

Welche Methoden nutzt das Business-Continuity-Management zur Priorisierung von Prozessen?

Kernmethoden sind Risikoanalyse und Business Impact Analysis. In der BIA werden RTO, RPO und MTPD sowie finanzielle und reputationsbezogene Auswirkungen ermittelt. Qualitative und quantitative Bewertungsverfahren helfen, kritische Prozesse zu identifizieren und Maßnahmen zu priorisieren.

Wie oft sollten Continuity-Pläne getestet und aktualisiert werden?

Pläne sollten regelmäßig geprüft werden: Tabletop-Übungen jährlich, technische DR-Tests und Full-Scale-Übungen je nach Kritikalität mindestens alle 1–2 Jahre. Nach jeder Übung und nach relevanten organisatorischen oder technologischen Änderungen sind Reviews und Versionsupdates durchzuführen.

Welche Tools eignen sich für Dokumentation und Automatisierung im BCM?

Für GRC- und BCM-Dokumentation bieten sich Lösungen wie RSA Archer, ServiceNow Business Continuity, MetricStream oder bwise an. Für Backup und Replikation sind Veeam, Rubrik und Commvault verbreitet. Monitoring und Incident-Management lassen sich mit Splunk, Datadog oder PagerDuty unterstützen. Alarmierung erfolgt über Systeme wie Everbridge oder OnSolve.

Wie kann ein kleines oder mittelständisches Unternehmen (KMU) mit begrenztem Budget BCM aufbauen?

KMU sollten mit Management-Support starten, eine fokussierte BIA durchführen und Quick Wins priorisieren (z. B. regelmäßige Backups, Notfallkontaktlisten, Basis-Übungen). Externe Dienstleister oder cloudbasierte Services können kosten- und ressourceneffizient unterstützen. Dokumentation und einfache Runbooks reichen oft als Anfang.

Welche typischen Fehler sollten beim Aufbau eines BCM vermieden werden?

Häufige Fehler sind veraltete oder ungetestete Pläne, unklare Zuständigkeiten, mangelndes Supplier-Management, fehlende Integration in das Risikomanagement und Vernachlässigung rechtlicher/DSGVO-Aspekte. Regelmäßige Tests, klare Governance und die Einbindung der Geschäftsleitung reduzieren solche Risiken.

Wie werden Lieferkettenrisiken im BCM adressiert?

Lieferkettenrisiken werden durch Mapping kritischer Lieferanten, Dual-Sourcing-Strategien, SLAs, Lagerstrategien und Ausweichstandorte bewertet. Vertragsprüfungen, regelmäßige Lieferantenaudits und Notfallvereinbarungen mit Schlüsselpartnern sind zentrale Maßnahmen.

Welche Rolle spielt die IT im Business Continuity Planning?

IT ist zentral: Recovery-Strategien umfassen Backup-, Replikations- und Cloud-Failover-Konzepte sowie Wiederanlaufsequenzen für kritische Systeme. Der BCM-Manager benötigt ein Grundverständnis von Infrastruktur, Cyber-Resilienz und Recovery-Techniken, um technische Maßnahmen mit Geschäftsanforderungen abzustimmen.

Wie wird Krisenkommunikation in BCM organisiert?

Krisenkommunikation umfasst interne Alarmierungswege, vorbereitete Vorlagen für Stakeholder- und Pressekommunikation sowie Mehrkanal-Alarmierungstools. Zuständigkeiten und Freigabeprozesse sind definiert, und Kommunikationsübungen sind Teil regelmäßiger Tests, um Informationsfluss und Transparenz sicherzustellen.

Wie lässt sich BCM mit ISO 22301 zertifizieren?

Für eine ISO-22301-Zertifizierung sind ein dokumentiertes BCMS, definierte Prozesse, regelmäßige Reviews, interne Audits und Nachweise zu Testaktivitäten erforderlich. Ein schrittweiser Aufbau mit Management-Engagement, Risiko- und BIA-Dokumentation sowie Implementierung von Controls schafft die Grundlage für ein Audit.

Welche Kennzahlen (KPI) sind im BCM relevant?

Relevante KPIs sind Zeit bis zur Wiederherstellung kritischer Prozesse (RTO-Compliance), Erfolgsquoten von Tests, Anzahl ungeplanter Ausfälle, Termin- und Maßnahmenerfüllung aus Lessons Learned sowie Vendor-Availability-Statistiken. Diese Kennzahlen werden regelmäßig an das Management berichtet.

Wie integriert BCM in das unternehmensweite Risikomanagement?

BCM wird durch Integration von BIA-Ergebnissen, Risikobewertungen und Eskalationswegen in das Risikomanagement verankert. Schnittstellen zu Compliance, interner Revision und Risiko-Ownern sowie gemeinsame Reporting-Prozesse stellen sicher, dass Kontinuitätsrisiken Teil der Gesamt-Risikosteuerung sind.
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