Der Beitrag erklärt kompakt, welche Rolle ein Interim-CFO im Sanierungsmanagement übernimmt. Er richtet sich an Geschäftsführer, Aufsichtsräte, Kreditinstitute und Sanierungsberater, die schnelle finanzielle Stabilisierung und klare Restrukturierungsschritte erwarten.
In deutschen Mittelstandsunternehmen, GmbHs, AGs und Familienunternehmen tritt der Interim-Finanzchef Krise oft kurzfristig an, um Liquiditätsengpässe zu beheben und Insolvenzrisiken zu mindern. Dabei berücksichtigt er relevante Vorgaben wie HGB und InsO sowie bankseitige Anforderungen an Sanierungskonzepte.
Leser erhalten einen Überblick über typische Aufgaben, die Rolle Interim CFO in der Praxis und die erwarteten Ergebnisse. Der Text kündigt zudem praktische Hinweise zu Auswahlkriterien, Vertragsgestaltung und messbaren KPIs an.
Was macht ein Interim-CFO im Sanierungsprozess?
Ein Interim-CFO übernimmt kurzfristig die Finanzleitung, um in Krisenzeiten Stabilität zu schaffen. Die Rolle verbindet strategische Entscheidungen mit operativem Handeln. Einsatzdauer und Prioritäten richten sich nach dem Umfang der Sanierung.
Definition und Aufgabenprofil
Die Definition Interim CFO beschreibt einen temporären Finanzchef mit Fokus auf Krisenmanagement und Sanierung. Das Profil Finanzchef interimär umfasst Erfahrung als CFO, Kenntnisse in Sanierungs- und Insolvenzrecht und Verhandlungssicherheit gegenüber Banken.
Zu den Aufgaben Interim-CFO zählt die Leitung von Buchhaltung, Treasury und Controlling. Er trägt CFO Verantwortlichkeiten Sanierung, etwa Compliance nach HGB und enge Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten und Restrukturierungsberatern.
Typische Aufgaben in der Sanierung
Sanierungsaufgaben CFO beginnen mit kurzfristiger Liquiditätsplanung und Cash-Management. Tägliche oder wöchentliche Cash-Flow-Prognosen sichern die Zahlungsfähigkeit.
- Liquiditätsplanung und Optimierung von Banklinien
- Kostensenkung Interim durch Einsparprogramme und Budgetkontrollen
- Bilanzrestrukturierung inklusive Verhandlungen über Laufzeiten und Debt-to-Equity-Optionen
- Working-Capital-Maßnahmen wie DSO-Reduktion und Lagerabbau
Operative Maßnahmen schließen Preis- und Konditionsanpassungen sowie Prüfung nicht-kerngeschäftlicher Verkäufe ein. Verhandlungen mit Gläubigern und Banken sind zentral für die Umsetzung.
Erwartete Ergebnisse und KPIs
Die Erfolgsmessung Interim-CFO erfolgt anhand klarer KPIs Sanierung. Wichtige Kennzahlen sind Liquiditätskennzahlen, Working Capital KPI und DSO.
- Sicherung der kurzfristigen Zahlungsfähigkeit und Verlängerung der Liquiditätsreichweite auf 3–6 Monate
- Reduktion operativer Kosten und Verbesserung der EBITDA-Marge
- Bilanzrestrukturierung mit Bereinigung notleidender Forderungen
- Einführung verlässlicher Monats- und Wochenreports zur Erfolgskontrolle
Erfolgsmessung Interim-CFO basiert auf Forecast-Genauigkeit, Erreichung von Break-even-Zielen und Einhaltung definierter Restrukturierungsmeilensteine.
Wann ist der Einsatz eines Interim-CFO sinnvoll?
Ein Interim-CFO kann kurzfristig Lücken in der Finanzführung schließen. Unternehmen wenden sich an externe Experten, wenn Zeitdruck, komplexe Finanzfragen oder akute Risiken auftreten. Die Entscheidung hängt oft von klaren Einsatzgründen Interim CFO ab und davon, ob ein Liquiditätsengpass oder sonstiger Sanierungsbedarf vorliegt.
Auslösefaktoren für den Einsatz
Akute Auslöser sind plötzliche Liquiditätsengpässe, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Kreditkündigungen. Solche Situationen erfordern schnelles Handeln, damit eine Insolvenz vermieden wird.
Strategische Gründe können fehlende interne Expertise bei Refinanzierungen oder M&A sein. Ein externer CFO hilft, Sanierungsbedarf erkennen und passende Maßnahmen zu planen.
Organisatorische Gründe entstehen bei Vakanz des CFO-Postens oder während interner Umstrukturierungen. Externe Experten stabilisieren die Finanzfunktion und pflegen Kontakte zu Banken und Investoren.
Vor- und Nachteile einer Interim-Lösung
Vorteile Interim-CFO liegen in der schnellen Verfügbarkeit von Erfahrung ohne langfristige Bindung. Die unabhängige Perspektive stärkt Verhandlungspositionen gegenüber Gläubigern.
Interim-Finanzchefs bieten flexible Vergütungsmodelle CFO, meist eine Mischung aus Tagessatz und Erfolgsbonus. Das verbindet Zielorientierung mit kurzfristiger Ergebnisverbesserung.
Nachteile Interim Management sind begrenzte Unternehmenskenntnis und kürzere Einarbeitungszeiten. Höhere Kosten Interim-CFO pro Tag oder Monat fallen an, wenn der Einsatz länger wird.
Interim CFO Risiko besteht in lückenhafter Übergabe an den Nachfolger. Ohne klare Übergangsplanung entstehen Reibungsverluste bei der Rückkehr zu interner Führung.
Auswahlkriterien und Vertragsgestaltung
Bei Auswahl Interim CFO sollten nachweisbare Sanierungserfolge und Referenzen aus relevanten Branchen geprüft werden. Wichtige Fähigkeiten sind Bankverhandlungen, Kenntnisse im Insolvenzrecht und Führungsstärke.
Vertragsgestaltung Interim Management muss Laufzeit, Kündigungsfristen und Phasen wie Diagnose, Umsetzung und Übergabe klar regeln. Das reduziert Interim CFO Risiko und schafft Verlässlichkeit.
Praktische Vertragsbestandteile umfassen Leistungsumfang, Reporting-Pflichten, Vertraulichkeitsregeln und Regelungen zum Know-how-Transfer. Vergütungsmodelle CFO kombinieren Tagessatz oder Monatsvergütung mit erfolgsabhängigen Komponenten.
Bei Abwägung empfiehlt sich ein Interim-Einsatz, wenn Zeitdruck, Komplexität und Bedarf an neutraler Hand überwiegen. Die Kosten Interim-CFO sind gegen die potenziellen Verluste einer Nicht-Intervention zu kalkulieren.
Wie arbeitet ein Interim-CFO konkret im Sanierungsprozess?
Zu Beginn führt der Interim-CFO eine schnelle, belastbare Due Diligence Sanierung durch. Er analysiert Cash-Flow, Bilanz, Ertrags- und Kostenstruktur und identifiziert kritische Engpässe sowie kurzfristige Finanzierungsbedarfe. Vertrags-, Leasing- und Kreditverpflichtungen werden erfasst, damit rechtliche Risiken und fällige Lieferantenverträge sofort sichtbar sind.
Auf Basis dieser Analyse setzt er gezielte Cash-Management Maßnahmen um. Dazu gehören die Aussetzung nicht notwendiger Zahlungen, Priorisierung kritischer Lieferanten und Verhandlungen über Zahlungsziele. Parallel werden Liquiditätsinstrumente wie Kontokorrentlinien, Factoring oder Sale-and-lease-back geprüft und tägliche oder wöchentliche Liquiditätsreports etabliert.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stakeholder-Kommunikation. Der Interim-CFO bereitet Kreditgespräche vor, moderiert Verhandlungen mit Banken, Kreditversicherern und Lieferanten und dokumentiert Vereinbarungen samt Eskalationsregeln. Ein schlüssiges Sanierungskonzept für Banken und Gläubiger schafft Vertrauen und erhöht die Chancen auf Unterstützungszusagen.
Zusätzlich implementiert er schlanke Controlling- und Reporting-Tools und setzt kurzfristige Kostensenkungen um. ERP- und Treasury-Funktionen werden optimiert, Forecastprozesse und KPIs eingeführt. Parallel laufen Verhandlungen über Restrukturierungsvereinbarungen und der Know-how-Transfer an das interne Team, inklusive Übergabeplan an eine dauerhafte Führungskraft. Am Ende stehen dokumentierte Erfolge, regelmäßige Erfolgskontrollen und klare Empfehlungen für die nächsten Schritte.







